Die Geburtsstunde des Buchdrucks
Um 1450 vollendete Johannes Gutenberg in Mainz eine Erfindung, die die Welt verändern sollte: den Buchdruck mit beweglichen Lettern aus Metall. Diese technische Innovation ermöglichte erstmals die Massenproduktion von Texten und legte den Grundstein für die Demokratisierung des Wissens.
Gutenbergs 42-zeilige Bibel, auch bekannt als B42, gilt als das erste mit beweglichen Lettern gedruckte Buch der westlichen Welt. Die verwendete Textura, eine Form der gotischen Schrift, wurde so präzise geschnitten, dass sie den handgeschriebenen Vorbildern der Skriptorien kaum nachstand.
Die Ausbreitung der Druckkunst
Innerhalb weniger Jahrzehnte verbreitete sich die Drucktechnik über ganz Europa. Deutsche Drucker wie Anton Koberger in Nürnberg oder Aldus Manutius' deutsche Mitarbeiter trugen das Wissen in alle Richtungen. Jede Region entwickelte dabei ihre eigenen typografischen Traditionen.
Die frühen Drucker waren zugleich Schriftschneider, Setzer und Verleger. Sie experimentierten mit verschiedenen Schriftgrößen, Initialen und Illustrationen, um ihre Werke attraktiv zu gestalten und von der Konkurrenz abzuheben.